IVAS logo

 

Start
Kontakt
Forum
Mitgliedschaft
Unsere Mitglieder
Persönlichkeiten
Über die Viola d'amore
Instrumente
Publikationen
Noten
Kongresse
Aufführungen
CDs - Aufzeichnungen
Links
Members-Only

 

viola d'amore

 

Über die Viola d'amore

Die Viola d'amore ist ein Streichinstrument, welches am Ende des 17. Jahrhunderts mit Regelmässigkeit in Europa begann zu erscheinen, zunächst in Salzburg, München und in der Böhmischen Region, und später in Italien Frankreich und anderen Europäischen Ländern. Ihr Ursprung liegt im Dunkeln, aber es ist wahrscheinlich, dass es von Instrumenten aus dem Mittleren Osten, der Türkei und Indien stammt, wo instrumente mit zusätzlichen Resonanzsaiten häuffig waren. Ihre F-Löcher sind in der Form eines "flammenden Schwertes," ein Symbol assoziert mit dem Islam und Mohammed. Die Viola d'amore hat die Körpergestallt einer Gambe, dass heisst, hängende Schultern, flacher Boden, hohe Rippen und eine Rosette, aber sie wird wie eine Geige oder Bratsche gespielt, die unter dem Kinn gehalten wird. Anders als bei der Gambenfamilie, hat sie keine Bünde auf dem Griffbrett. Sie hat normalerweise einen geschnitzten Kopf an Statt einer Schnecke, am häuffigsten eine Amourette mit verbundenen Augen.

Die Mehrheit der Violas d'amore haben vierzehn Saiten -- sieben Spielsaiten und sieben zusätzliche Resonanzsaiten, welche durch die Brücke hindurchreichen und zwischen dem Griffbrett und dem Hals, wo sie individuell von Wirbeln im verlängerten Wirbelkasten gehalten werden. Die Resonanzsaiten sind oft gleich gestimmt wie die Spielsaiten. Es gibt Instrumente mit verschiedenen Kombinationen von Spielsaiten (vier, fünf, sechs, und sieben) und Resonanzsaiten (von vier bis vierzehn). In Deutschland, Violas d'amore ohne Resonanzsaiten bestanden für eine kurze Zeit im frühen 18. Jahrhundert.

Während des Barocks war es üblich die Viola d'amore in der Tonart des jeweiligen Stückes zu stimmen. Joseph Maier führt 16 verschiedene Stimmungen für die Viola d'amore in seinem Werk von 1732 Museum musicum auf. Vivaldi brauchte die Stimmung von D Dur, D Moll, A Dur, A Moll und F Dur in seinen acht Konzerten für viola d'amore. Am Ende des 18. Jahrhunderts, die Stimmung legte sich in eine Tonalität, welche auch heute am häuffigsten für klassicche, romantische, und zeitgenössische Stücke verwendet wird. Diese Stimmung, von der tiefsten der sieben Saiten zur höchsten, ist:

A - d - a - d' - f#' - a' - d"

Das Gross der Viola d'amore Musik während des 18. Jahrhunderts war in Scordature Notation geschrieben worden, ein System bei welchem ein Geiger die Viola d'amore in ihren verschiedenen Stimmungen, anders als der Standardstimmung für Streichinstrumente in Quinten, einfacher spielen konnte. Die oberen vier Saiten der Viola d'amore konnten so auf verschiedene Töne gestimmt werden, aber die Notation gebrauchtee immer die lehren Saiten g, d, a, und e der Geige für diese Töne, sodass wenn die oberste Saite d" gestimmt wurde, die geschriebene Note war ein e" und es würde als d" erklingen. Für die unteren drei Saiten wurde normalerweise im Bassschlüssel geschrieben, aber der Klang war eine Oktave höher. Dieses System ermöglichte es jemandem der nicht an Scordaturestimmung gewöhnt ist, einfacher auf der Viola d'amore zu spielen. Anderseits, einige Komponisten, z. B. J. S. Bach und Christoph Graupner gebrauchten die Scordaturanotation überhaupt nicht und so sind die geschriebenen Noten die wirklichen Klangnoten.

Wie es von einer grossen Zahl von Geigenbauern hergestellten Instrumenten und den Komponisten, die dafür geschrieben haben, bezeugt wird, war die Viola d'amore ein beliebtes Instrument des Barocks und der Klassischen Periode. Eingeschlossen in dieser Liste der Komponisten sind H.I. von Biber, J.S. Bach, Christoph Graupner, Georg P.Telemann, Antonio Vivaldi, Attilio Ariosti, Alessandro Scarlatti, Pietro Locatelli, Christian Petzold,  Joh. P. Guzinger, Joh. Heinichen,  Joh. Pepusch, Joh.C. Pez, J.J. Fux, Joh.  Mattheson,  Reinhard Keiser, Giovanni Bononcini,  Joh. Hasse, und J.J. Quantz.

Während der Klassischen Periode fand das Instrument starke Anhänger, der wichtigste waren Johann und Carl Stamitz. Carl, der zusätzlich zum konzertieren auf der Bratsche, war ein gut bekannater Viola d'amore Solist und Komponist für das Instrument. Zusätzlich zur Stamitz Familie, andere aktive Komponisten, die gute Musik für die Viola d'amore hinterlassen haben, sind F.A. Hoffmeister, Joh. Albrechtsberger, Joseph Eybler,  Franz Benda,  L.T. Milandre, J.B. Neruda, Giovanni Toeschi, F.W. Rust,  Heinrich Vetter, Luigi Borghi, Joh. Krumloffksi, Joh. Suess, Joh. Hoffman, und Giov. F.  Giuliani.

Interesse an der Viola d'amore nahm während des 19. Jahrhunderts ab, wahrscheinlich wegen des Wachstums der Orchester, der Dominanz der Geige als ein Soloinstrument, und des Unvermögens der Viola d'amore mit dem grossen Klangkonzepten der Tage zu konkurrieren.. Dennoch gab es ein paar Meister des Instruments, vor Allem Chretien Urhan (1790-1845), der Solobratschist des Pariser Opern Orchesters. Berlioz bat ihn das Violasolo in der ersten Aufführung seines Harold in Italy zu spielen, und Meyerbeer schrieb das berühmte Viola d'amore Solo für ihn in seiner Oper Les Huguenots.

Schon im Barock scheinen Komponisten vom Klang des Instrumentes angezogen worden zu sein und setzten es für Spezialeffekte ein. Opern des Barocks, welche die Viola d'amore für ihren Affekt benutzten, waren Joh. Mattheson (Boris Goudenow und Henrico IV) Reinhard Keiser (Desiderius, Kayserlische Friedenspost,und Masaniello furioso), Joh. J. Fux (Gli ossequi della notte), A. Ariosti (Marte Placato), Giov. B. Bononcini (Turno Aricino), G.F. Handel (Orlando furioso -- eine Arie mit 2 "violette marine"), Alessandro Scarlatti (Il Tigrane -- eine Arie mit "Violetta d'amore"), A. Vivaldi (Tito Manlio), Joh. Wilderer (Il Giorno di salute) und Joh. A. Hasse (Euridice). Die Viola d'amore erschien mit Regelmässigkeit auch in Kantaten, Oratorien und anderen religiösen Werken dieser Zeit.

Später erscheinen Viola d'amore Soli in Opern von Massenet (Le jongleur de Notre-Dame), Erkel (Bank ban), Puccini (Madama Butterfly), Pfitzner (Palestrina) und G. Charpentier (Louise). Charles Martin Loeffler war ein guter Viola d'amore Spieler, der etwas hervorragende Musik für die Viola d'amore schrieb. Vielleicht eines der bestbekannten Werken ist ein symphonisches Gedicht -- La Mort de Tintagiles, welches die Viola d'amore in sehr ähnlicher Weise einsetzt wie Berlioz in Harold in Italy.

Dank einer Anzahl hervorragenden Spieler und Komponisten im späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts, erlang die Viola d'amore einen neuen Schub von Energie und Leben. Louis van Waefelghem, Walter Voigtlander, Paul Shirley, Henri Casadesus und Paul Hindemith ist viel für diese Wiedergeburt zuzuschreiben. Casadesus und Hindemith konzertierten auf und schrieben etwas wertvolle Viola d'amore Musik. Hindemiths Kleine Sonate für Viola d'amore und Klavier (1923) und Kammermusik No. 6 für Viola d'amore und Kammerorchester (1927) sind zwei wichtige Werke im Repertoire. Casadeus schrieb seine 24 Preluden und viel andere Musik mit Viola d'amore, welche immernoch aufgeführt wird. Andere Komponisten des 20. und 21. Jahrhunderts, die zum Repertoire beigetragen haben sind: Frank Martin (Sonata da chiesa für Viola d'amore und Orgel oder Steichorchester, geschrieben in 1938), A. Ginastera (Die Oper Don Rodrigo and Bomarzo), Janacek (Die Opern Katya Kabanova, The Makropulos Affair und die Orginalversion der Sinfonietta und des Steichquartets No. 2), Prokofiev (Romeo and Juliet,Ballet), Aurelio Arcidiacono, Siegfried Borris, York Bowen, Hans Gal, G.F. Ghedini, Armin Kaufmann, Vaclav Nelhybel, Dika Newlin, Cyril Scott, Matyas Sieber, David Finko, Richard Lane, Vazgen Muradian, Irving Schlein, and Hans-Werner Henze, um nur Einige zu nennen.

Einige Viola d'amore Spieler, die an verschiedensten Orten auftraten und halfen die Viola d'amore ein lebendes instrument im 20. Jahrhundert zu machen, waren Karl Stumpf (Wien) -- unser verstorbener Ehrenpräsident, der einen speziellen Kurs zur Viola d'amore an der Wien Akademie für Musik anbot; Vadim Borissovsky (Russland); Emil Seiler (Deutschland); Jaroslav Horak (Tschechei);  Walter Trampler (Deutschland/USA); Renzo Sabatini (Italien); Harry Danks (England), und Medardo Mascagani (Italien). Diese Spieler waren ausschlaggebend in Bezug auf die Existenz der Viola d'amore und die ihren Platz im heutigen musikalischen Leben festigte.

Heute hat die Viola d'amore ein gesundes Leben, mit vielen hervorragenden Interpreten die eine Vielfalt an Solo- und Kammerkonzerten spielen, mehr gedruckte Noten sind verfügbar denn jeh zuvor, mehr Geigenbauer, die gute Instrumente fertigen, mehr Viola d'amore Spieler-Lehrer, die spezialisierte Kurse in Viola d'amore-Darbietung anbieten, und die Akzeptanz der Viola d'amore als legitimes Instrument in der Familie der Streichinstrumente.

 

Start | Kontakt | ForumMitgliedschaft | Unsere MitgliederViola d'amore Persönlichkeiten
Über die Viola d'amore | Instrumente | Publikationen | Viola d'amore Society Ausgaben | Kongresse
Aufführungen | Compact Discs/ Aufzeichnungen | Links | members only